Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland sind 5,67 Millionen Erwachsene überschuldet, 2025 stieg die Zahl zum ersten Mal seit 2018 wieder.
- Die häufigsten Auslöser sind Krankheit und Arbeitslosigkeit. Ein Notgroschen von drei Monatsausgaben schützt dich davor, dass ein Schicksalsschlag zur Schuldenfalle wird.
- Der Dispo kostet im Schnitt rund 11 % Zinsen. Bei 1.500 € Minus sind das 165 € im Jahr.
- Ab dem 20. November 2026 gelten für „Jetzt kaufen, später bezahlen“ erstmals die Regeln für Verbraucherkredite, inklusive Prüfung deiner Kreditwürdigkeit.
Schulden entstehen selten auf einen Schlag. Meist beginnt es mit einem Konto, das ein paar Tage vor dem Gehalt ins Minus rutscht, einer Ratenzahlung für den neuen Fernseher und einem „Später bezahlen“ beim Onlineshopping. Jeder Betrag für sich ist klein, zusammen fressen sie das Einkommen auf, bevor es auf dem Konto ist. Hast du deine Schulden schon abgebaut oder willst gar nicht erst hineinrutschen? Diese sieben Regeln helfen dir, dauerhaft schuldenfrei zu bleiben.
Schulden in Deutschland in Zahlen
Private Überschuldung 2025
- Erwachsene gelten als überschuldet
- das ist jeder zwölfte (8,16 %)
- erster Anstieg seit 2018
- Hauptauslöser: Krankheit, Sucht oder Unfall
- knapp dahinter Arbeitslosigkeit mit rund 17 %
- Schulden hat ein überschuldeter Single im Schnitt
- bei Menschen in der Schuldnerberatung
Quellen: Creditreform SchuldnerAtlas Deutschland 2025 (Hochrechnung), Statistisches Bundesamt, Überschuldungsstatistik 2025.
Die Zahlen zeigen: Schulden sind nicht nur eine Frage von Disziplin. Bei den Menschen, die 2025 zur Schuldnerberatung kamen, standen Krankheit, Sucht oder Unfall und der Verlust des Jobs ganz vorn. Wer keine Rücklage hat, muss in so einer Lage sofort Geld leihen. Deshalb stehen der Überblick über deine Finanzen und ein Notgroschen am Anfang.
Die 7 Regeln auf einen Blick
So bleibst du dauerhaft schuldenfrei
- Kassensturz machenEinnahmen und feste Kosten aufschreiben, ein Budget für den Rest festlegen.
- Notgroschen aufbauenDrei Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto, bevor du sparst oder investierst.
- Dispo nicht nutzenRund 11 % Zinsen. Ein dauerhaftes Minus lieber mit einem Ratenkredit ablösen.
- Kein Ratenkauf, kein „später bezahlen“Was du dir heute nicht leisten kannst, kaufst du erst, wenn das Geld da ist.
- Verträge jedes Jahr prüfenHandy, Strom, Versicherungen und Abos kündigen oder neu verhandeln.
- Rechnungen sofort bezahlenMahngebühren, Inkasso und SCHUFA-Einträge vermeiden.
- Sparen automatisierenDauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang auf ein Unterkonto.
1. Kassensturz: Wohin geht dein Geld?
Schreibe einen Monat lang auf, was reinkommt und was rausgeht. Fang mit den festen Kosten an: Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Abos, Kreditraten. Was danach übrig bleibt, ist dein Budget für Lebensmittel, Freizeit und Sparen. Viele sind überrascht, wie viel in kleinen Beträgen verschwindet, gerade seit fast alles mit Karte oder Handy bezahlt wird.
Eine kostenlose Vorlage und Tipps findest du in unserem Beitrag zum Haushaltsbuch. Mit dem Cashflow-Rechner teilst du dein Einkommen auf feste Töpfe auf, damit klar ist, wie viel du ausgeben darfst.
2. Ein Notgroschen für das Unerwartete
Die Waschmaschine gibt auf, das Auto braucht neue Reifen, die Nebenkostenabrechnung kommt mit einer Nachzahlung. Ohne Rücklage landen solche Ausgaben im Dispo oder auf der Kreditkarte. Lege deshalb zuerst einen Notgroschen an, bevor du an Geldanlage denkst. Eine gängige Faustregel sind drei Monatsausgaben, bei unsicherem Einkommen oder als Selbstständiger eher sechs.
Fang klein an, auch 25 oder 50 € im Monat summieren sich. Parke das Geld getrennt vom Girokonto auf einem Tagesgeldkonto. Dort ist es täglich verfügbar, bringt Zinsen und liegt nicht ständig vor deinen Augen.
3. Der Dispo ist kein Teil deines Einkommens
Der Dispokredit fühlt sich an wie zusätzliches Geld, das die Bank dir zur Verfügung stellt. Tatsächlich ist er einer der teuersten Kredite überhaupt: Im Schnitt verlangen die Banken laut Stiftung Warentest rund 11 % Zinsen, einzelne deutlich mehr. Rechne aus, was dich dein Minus kostet und wie schnell du es mit einer festen Rate loswirst:
Dispo-Rechner: Was kostet dich das Minus auf dem Konto?
Vereinfachte Rechnung mit monatlicher Verzinsung, ohne Kontoführungsgebühren und ohne höhere Zinsen für eine geduldete Überziehung über den Rahmen hinaus. Den Dispozins findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser.
Bist du dauerhaft im Minus, lös den Dispo mit einem Ratenkredit ab. Der ist fast immer günstiger und hat ein festes Ende. Wichtig: Senke danach den Disporahmen bei deiner Bank, damit das Konto nicht gleich wieder ins Minus läuft.
4. Finger weg von Ratenkauf und „später bezahlen“
„0 % Finanzierung“, „in 30 Tagen bezahlen“ oder „in drei Raten ohne Zinsen“: Solche Angebote machen den Kauf leicht, weil der Preis scheinbar verschwindet. Die Kosten kommen später, etwa durch Mahngebühren, wenn eine Rate vergessen wird, oder durch eine Kreditkarte, die nach der Aktion teure Zinsen verlangt. Mehrere kleine Ratenkäufe gleichzeitig verlierst du außerdem schnell aus dem Blick.
Ab dem 20. November 2026 gelten für viele dieser Angebote neue Regeln. Mit der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie fallen auch „Buy now, pay later“-Modelle unter das Verbraucherkreditrecht. Die Anbieter müssen dann deine Kreditwürdigkeit prüfen und dich vorher klar über die Kosten informieren.
Die einfachste Regel bleibt trotzdem: Was du dir heute nicht leisten kannst, kaufst du erst, wenn das Geld da ist. Leg für größere Wünsche einen eigenen Spartopf an. Oft merkst du nach ein paar Wochen, dass du das Ding gar nicht mehr brauchst.
5. Verträge prüfen und Kosten senken
Feste Kosten werden per Lastschrift abgebucht und fallen deshalb kaum auf. Nimm dir einmal im Jahr eine Stunde Zeit und geh alle Verträge durch:
- Handy und Internet: Nach der Mindestlaufzeit kannst du seit 2022 monatlich kündigen. Ein Anruf bei deinem Anbieter mit einem günstigeren Angebot der Konkurrenz bringt oft schon einen besseren Tarif.
- Strom und Gas: Vergleiche die Preise mindestens einmal im Jahr. Wer noch in der teuren Grundversorgung ist, spart beim Wechsel meist am meisten.
- Versicherungen: Privathaftpflicht ist ein Muss, eine Hausratversicherung meist sinnvoll. Prüfe bei allen anderen, ob du sie wirklich brauchst und ob es sie günstiger gibt.
- Abos: Streamingdienste, Fitnessstudio, Zeitschriften, Apps. Kündige alles, was du im letzten Monat nicht genutzt hast. Im Internet abgeschlossene Verträge musst du über einen Kündigungsbutton beenden können.
- Girokonto: Viele zahlen 5 bis 15 € im Monat für ein Konto, das es anderswo kostenlos gibt. Im Girokonto-Vergleich rechnest du aus, was du sparen kannst.
Wie stark die Preise für Alltägliches in den letzten Jahren gestiegen sind, zeigt unser Beitrag über die Inflation. Umso wichtiger ist es, bei den festen Kosten gegenzusteuern.
6. Rechnungen sofort bezahlen
Eine Rechnung in der Schublade wird nicht kleiner. Nach der ersten Mahnung kommen Mahngebühren, danach oft ein Inkassobüro mit eigenen Kosten. Hast du eine Forderung zweimal schriftlich angemahnt bekommen und nicht bestritten, darf sie nach Ablauf von vier Wochen an die SCHUFA gemeldet werden. Ein solcher Eintrag verschlechtert deinen Score und kann dich jahrelang bei Krediten, Mietverträgen und Handyverträgen behindern.
Kannst du eine Rechnung nicht sofort bezahlen, melde dich beim Gläubiger, bevor die Mahnung kommt, und frag nach einer Ratenzahlung. Das ist fast immer günstiger als Inkasso. Was die SCHUFA speichert und wann Einträge gelöscht werden, erklären wir im Beitrag zur SCHUFA.
7. Sparen automatisieren
Wer am Monatsende spart, was übrig bleibt, spart meistens nichts. Dreh es um: Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf ein Unterkonto oder dein Tagesgeldkonto überweist. Nach ein paar Monaten fällt dir der Betrag kaum noch auf, und das Polster wächst fast unbemerkt.
Viele Banken bieten inzwischen kostenlose Unterkonten an. Damit trennst du Geld für feste Kosten, Urlaub, Rücklagen und den Alltag sauber voneinander. Was auf dem Alltagskonto liegt, darfst du ausgeben. Den Rest rührst du nicht an.
Warnsignale ernst nehmen
Warnsignale: Wann es eng wird
Trifft mehr als ein Punkt zu, solltest du handeln
- Du bist jeden Monat im Dispo.
- Lastschriften platzen.
- Das Gehalt ist nach drei Wochen weg.
- Mehrere Ratenzahlungen laufen gleichzeitig.
- Du nimmst Geld auf, um alte Raten zu bezahlen.
- Du nutzt „später bezahlen“ für den Alltag.
- Mahnungen bleiben ungeöffnet liegen.
- Ein Inkassobüro meldet sich.
- Du verlierst den Überblick, wem du was schuldest.
Je früher du reagierst, desto mehr Möglichkeiten hast du. Ein Gespräch mit der Bank über einen günstigeren Kredit, ein Ratenplan mit dem Gläubiger oder ein strenger Sparmonat reichen am Anfang oft noch aus.
Wo du kostenlose Hilfe bekommst
Reicht das nicht mehr, hilft eine Schuldnerberatung. Seriöse Beratung ist für dich kostenlos und wird von Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbänden wie Caritas, Diakonie, AWO und DRK sowie von Städten und Gemeinden angeboten. Die Wartezeit kann einige Wochen betragen, deshalb melde dich früh.
Vorsicht bei Anbietern, die mit „Schuldenfrei in 30 Tagen“ werben oder vorab Geld verlangen. Seriöse Hilfe kostet dich nichts und verspricht keine Wunder. Droht eine Kontopfändung, kannst du dein Girokonto bei deiner Bank kostenlos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Dann bleibt ein Grundbetrag für deinen Lebensunterhalt geschützt.
Häufige Fragen zum Schuldenfrei bleiben
Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?
Als Faustregel gelten drei Monatsausgaben, bei unsicherem Einkommen sechs. Gibst du im Monat 2.000 € aus, sind das 6.000 bis 12.000 €. Bis du das erreicht hast, zahlt sich jeder kleine Betrag aus.
Ist eine Umschuldung sinnvoll?
Ja, wenn du mehrere teure Kredite oder einen dauerhaften Dispo hast. Ein günstigerer Ratenkredit fasst alles zusammen und hat ein festes Ende. Wichtig ist, dass du die alten Kreditrahmen danach nicht wieder nutzt.
Sind „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Angebote Schulden?
Ja. Rechtlich und praktisch ist es ein kurzfristiger Kredit. Bezahlst du nicht pünktlich, kommen Mahngebühren dazu, und offene Forderungen können wie jede andere Schuld bei der SCHUFA landen.
Wie lange dauert es, bis ein SCHUFA-Eintrag gelöscht wird?
Erledigte Zahlungsstörungen werden in der Regel nach drei Jahren gelöscht. War es deine erste Zahlungsstörung und hast du sie innerhalb von 100 Tagen bezahlt, löscht die SCHUFA den Eintrag schon nach 18 Monaten.
Stand: 03.11.2026. Quellen: Creditreform SchuldnerAtlas Deutschland 2025, Statistisches Bundesamt (Überschuldungsstatistik 2025), Stiftung Warentest (Dispozinsen, Mai 2026), Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225, Bundesdatenschutzgesetz. Keine Rechts- oder Schuldnerberatung.









Hallo zusammen,
Ich habe auch mit diesen ersten Massnahmen angefangen Vermögen aufzubauen.
Bei mir war es Punkt 4, der mir am meisten brachte. Mein angeeignetes SYSTEM, half mir IMMER sofort den ÜBERBLICK zu haben über meine Finanzen und nicht nur wenn ich mich mal mühsam wieder aufraffte und mich durch die ganzen Stapeln an Papieren quälte, und zuerst alles sortieren und einordnen musste.
Später bin ich dann die Schubladen durchgegangen. Habe Zeitschriften gekündigt und stattdessen einen Reminder gesetzt für einen monatlichen Bibliotheksbesuch, die diese Zeitschriften ebenfalls im Sortiment hatten. Dann bin ich die Abos durch etc.
Also Euch auch viel Erfolg beim entschulden und dann beim Vermögensaufbau.
Das man sich verschuldet, das ist eine große Gedankenlosigkeit von einem selber. Die meisten Menschen wissen selber im Hinterkopf das sie sich verschiedenes nicht leisten können. Ich selber habe eine Zeitlang alles haben wollen, was mir gefallen hat: Kleider weil ich ja sonst keine Belohnung bekam, und weil es jetzt im Angebot war oder ist, oder es ist das letzte Stück. Ach ,ich habe mich selber eine Belohnung zukommen lassen,und teuren Kuchen gekauft, auch als Trösterle. -für das Geld könnte ich einen ganzen Kuchen selber backen.- Ach dies ist das richtige Geschenk für meine Freundin, die ist ja immer sooooo lieb zu mir.(sie hat keinen Platz mehr für die ganzen Staubfänger, und freut sich mäßig.)Und der Kuchen von vorhin hat auch Chemisch geschmeckt, und ein Kg auf den Rippen habe ich jetzt auch wieder. Immer ein kleine Ausrede aber dann kein Geld. Jetzt frage ich mich immer vorm Geld ausgeben, wer putzt es ?Wie voll ist der Raum wo`s hin soll? Steht es hier im Laden nicht schöner? Ich bin zu der Einsicht gekommen, das ich gerne Gegenstände anschaue, aber ich muss sie doch nicht immer gleich besitzen! Einen Bummel in ein Kaufhaus bei schlechten Wetter ist dann immer interessand.
Ich bin letzte Zeit öfters dabei gewesen wenn ein Mensch von dieser Welt ging. Habt ihr Leute euch schon mal darüber Gedanken gemacht, was sie Hinterbliebenen alles entsorgen müssen von den Haushalten der Verstorbenen? Wird es unseren Hinterbliebenen auch einmal so gehen? Werden sie auch alles raus schmeißen und entsorgen müssen, weil die Sachen (auch wenn sie neuwertig sind) niemand haben will. aus dem Grund weil man es schon hat oder weil man zu kleine Wohnung hat um es zu bunkern. Und das Entsorgen kostet auch wieder Geld.
SO UND NUN DENKT BEIM NÄCHSTEN BUMMEL SELBER NACH BITTE: Und alles was ihr nicht kauft, merkt Euch was es kostet, und werft das Geld in ein Sparschwein, ihr werdet Euch wundern wieviel es am ende vom Jahr ist. (oder währe ,wenn ihr es nicht wieder vorher heraus nehmt.) Viel Spas beim nachdenken und rechnen.
Ich wünschte ich wäre früher auf Ihre Seite gestoßen. Ich habe einen großen Haufen Schulden auf Grund meines Studiums, da mir nicht gesagt wurde, dass man die Hälfte zurückzahlen muss. Aus diesem Grund suche ich eine Schuldnerberatung.