Das Wichtigste in Kürze
- Ein Notgroschen ist Geld für unerwartete Ausgaben und Einkommensausfälle. Fast jeder Dritte in Deutschland hat keinen.
- Als Faustregel gelten drei Monatsausgaben, für Familien mit einem Einkommen und Selbstständige sechs bis zwölf.
- Der beste Platz ist ein Tagesgeldkonto: täglich verfügbar, gesetzlich abgesichert und mit rund 2,5 % Zinsen bei guten Banken.
- Fang mit 1.000 € als erstem Ziel an und spare per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang.
Die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt, und die Nebenkostenabrechnung bringt eine Nachzahlung von 600 €. Solche Ausgaben kommen nicht jeden Monat, aber sie kommen sicher. Ohne Rücklage landen sie im Dispo, auf der Kreditkarte oder in einer Ratenzahlung, und aus einem kleinen Problem wird eine teure Schuld. Ein Notgroschen fängt das ab. Hier liest du, wie viel du brauchst, wo du ihn parkst und wie du ihn aufbaust, auch mit wenig Geld.
Jeder Dritte hat keinen Notgroschen
Anteil der Menschen in Deutschland, die eine größere unerwartete Ausgabe nicht aus eigenen Mitteln bezahlen können
Quelle: Statistisches Bundesamt und Eurostat, Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC).
Was ist ein Notgroschen?
Der Notgroschen, auch Notreserve, Rücklage oder Notfallfonds genannt, ist Geld, das du nur für echte Notfälle zurücklegst. Er hat zwei Aufgaben: Er bezahlt unerwartete Ausgaben, und er überbrückt Zeiten, in denen weniger Geld reinkommt, etwa bei Krankheit, Kurzarbeit oder Jobverlust. Genau das sind die häufigsten Auslöser von Überschuldung: Bei den Menschen in der Schuldnerberatung standen 2025 Krankheit, Sucht oder Unfall (18 %) und Arbeitslosigkeit (rund 17 %) ganz vorn.
Der Notgroschen ist kein Sparschwein für Urlaub, ein neues Handy oder Weihnachtsgeschenke. Diese Ausgaben kannst du planen. Leg dafür eigene Spartöpfe an, damit die Rücklage für den Ernstfall unangetastet bleibt.
Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
Die gängige Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben. Gemeint sind deine Ausgaben, nicht dein Einkommen. Wer im Monat 2.000 € braucht, legt also 6.000 bis 12.000 € zurück. Wie viel es bei dir genau sein sollte, hängt davon ab, wie sicher dein Einkommen ist und wer davon abhängt:
| Deine Situation | Faustregel | Bei 2.000 € Ausgaben im Monat |
|---|---|---|
| Angestellt, sicherer Job, keine Kinder | 3 Monatsausgaben | 6.000 € |
| Paar mit zwei Einkommen | 3 bis 4 Monatsausgaben | 6.000 bis 8.000 € |
| Rente oder Pension | 3 bis 4 Monatsausgaben, plus Rücklage für Reparaturen | 6.000 bis 8.000 € |
| Familie mit einem Einkommen | 6 Monatsausgaben | 12.000 € |
| Selbstständig, Freiberufler, befristeter Vertrag | 6 bis 12 Monatsausgaben | 12.000 bis 24.000 € |
| Eigenheim oder älteres Auto | zusätzlich eine Rücklage für Reparaturen | je nach Haus und Auto |
Zu den Ausgaben zählen alle festen Kosten wie Miete, Strom, Versicherungen, Handy und Kreditraten, dazu Lebensmittel und was du für den Alltag brauchst. Jährliche Zahlungen wie die Kfz-Versicherung rechnest du auf den Monat um. Verzichtbares wie Restaurantbesuche oder Streaming kannst du weglassen, denn im Notfall würdest du dort zuerst sparen.
Rechner: Dein persönlicher Notgroschen
Trag deine monatlichen Ausgaben ein und wähle deine Lebenssituation. Der Rechner zeigt dir, wie hoch dein Notgroschen sein sollte und wie lange du mit deiner Sparrate brauchst:
Notgroschen-Rechner: Wie viel Rücklage brauchst du?
Faustregeln, keine Garantie: Wer zur Miete wohnt, ein altes Auto fährt oder Unterhalt zahlt, plant besser etwas mehr ein. Zinsen vereinfacht mit monatlicher Gutschrift, vor Steuern. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser.
Mit den Beispielwerten, also 1.700 € Ausgaben im Monat und 150 € Sparrate, steht der Notgroschen von 5.100 € nach 30 Monaten. Das erste Etappenziel von 1.000 € erreichst du dabei schon nach vier Monaten. Wo du deine Ausgaben am einfachsten erfasst, zeigt unser Beitrag zum Haushaltsbuch.
Wo du den Notgroschen parkst
Für den Notgroschen gelten drei Regeln: Das Geld muss sicher sein, du musst schnell herankommen, und es sollte nicht direkt neben deinem Alltagsgeld liegen. Die Rendite ist zweitrangig.
Wo dein Notgroschen hingehört
Sicher, sofort verfügbar und getrennt vom Alltagsgeld
- täglich verfügbar
- rund 2,5 % Zinsen bei guten Banken
- bis 100.000 € gesetzlich abgesichert
- meist keine Zinsen
- Geld wird leicht nebenbei ausgegeben
- besser: eigenes Unterkonto
- höhere Zinsen
- aber bis zum Ende der Laufzeit gesperrt
- höchstens für den Teil über 3 Monatsausgaben
- können im Notfall gerade 30 % oder mehr im Minus sein
- Bitcoin fiel 2025/26 um 53 %
- Verkauf zum falschen Zeitpunkt

Mein Notgroschen
Mein Notgroschen liegt seit vielen Jahren bei rund 2.000 bis 3.500 €, und zwar bei Bondora Go & Grow*. Dort bekomme ich 6 % Zinsen im Jahr, die jeden Tag gutgeschrieben werden. Dadurch wirkt der Zinseszins sofort, im Moment kommen täglich rund 35 Cent dazu. Gespart wird automatisch: Von meinem C24 Girokonto geht jeden Monatsanfang nach dem Gehaltseingang ein Dauerauftrag über 50 € zu Bondora.
Der mit * gekennzeichnete Link ist mein persönlicher Empfehlungslink. Meldest du dich darüber an, erhalten wir eine Prämie. Für dich ändert sich nichts.
Tagesgeldkonto: der beste Platz
Auf einem Tagesgeldkonto kommst du jeden Tag an dein Geld, meist ist es nach einer Überweisung am nächsten Werktag auf dem Girokonto. Guthaben ist bis 100.000 € pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Gute Banken zahlen derzeit rund 2,5 % Zinsen dauerhaft, Neukundenangebote bis rund 4 % für einige Monate. Die aktuellen Angebote findest du in unserem Tagesgeld-Vergleich.
6.000 € Notgroschen nach fünf Jahren
Girokonto ohne Zinsen gegen Tagesgeld mit 2,5 % Zinsen und Zinseszins
Eigene Rechnung, Zinsen vor Steuern. Bis 1.000 € Kapitalerträge im Jahr (Paare 2.000 €) bleiben mit Freistellungsauftrag steuerfrei.
Bondora Go & Grow: mehr Zinsen, aber mehr Risiko
Go & Grow ist kein Bankkonto, sondern eine Geldanlage in Privatkredite. Das Geld fließt in ein breit gestreutes Kreditportfolio, die Zinsen zahlt der Anbieter aus den Kreditrückzahlungen. Deshalb sind die Zinsen höher als beim Tagesgeld, derzeit bis zu 6 % im Jahr. Früher waren es sogar 6,75 %.
Dafür gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung. Fallen in einer Krise viele Kredite aus oder wollen viele Anleger gleichzeitig ihr Geld abziehen, kann die Auszahlung länger dauern oder geringer ausfallen als erwartet. Ein Totalverlust ist theoretisch möglich. Wer Go & Grow nutzt, sollte deshalb einen Teil des Notgroschens auf dem Tagesgeldkonto lassen und nur so viel dort anlegen, wie er im Ernstfall auch ein paar Wochen entbehren kann. Wer kein Risiko eingehen möchte, bleibt komplett beim Tagesgeld.
Unterkonto beim Girokonto
Einige Banken bieten kostenlose Unterkonten oder Spartöpfe an. Das ist praktisch, weil du per App sofort umbuchen kannst. Achte darauf, ob das Unterkonto Zinsen bringt, und ob du es in der App ausblenden kannst. Was du nicht siehst, gibst du seltener aus. Welche Konten das können, steht im Girokonto-Vergleich.
Festgeld nur für den Teil darüber
Festgeld bringt etwas mehr Zinsen, ist aber bis zum Ende der Laufzeit gesperrt. Für den eigentlichen Notgroschen ist das ungeeignet. Hast du deutlich mehr als drei Monatsausgaben zurückgelegt, kannst du den Teil darüber auf Festgeld mit kurzer Laufzeit legen.
Etwas Bargeld zu Hause
Bei einem Stromausfall oder einer Störung im Zahlungsverkehr funktionieren weder Karte noch Geldautomat. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt deshalb, etwas Bargeld zu Hause zu haben. Ein paar Hundert Euro in kleinen Scheinen reichen, der Rest gehört aufs Konto.
Nicht in Aktien, ETFs oder Krypto
ETFs sind für den langfristigen Vermögensaufbau ideal, für den Notgroschen aber ungeeignet. Notfälle kommen oft gerade dann, wenn auch die Börse schwach ist, etwa in einer Wirtschaftskrise mit Kurzarbeit. Musst du dann verkaufen, realisierst du Verluste. Bei Kryptowährungen ist das Risiko noch größer, mehr dazu in unserem Kryptobörsen-Vergleich.
So baust du deinen Notgroschen auf
In vier Etappen zum Notgroschen
Kleine Ziele halten länger durch als ein großes
- 1.000 € StartpolsterReicht für die meisten Reparaturen und bewahrt dich vor dem Dispo.
- Eine MonatsausgabeDamit überbrückst du eine verspätete Gehaltszahlung oder eine hohe Nachzahlung.
- Drei MonatsausgabenDas Ziel für die meisten Angestellten. Erst danach lohnt es sich, Geld langfristig anzulegen.
- Bis zu zwölf MonatsausgabenFür Selbstständige und Familien mit einem Einkommen, nach und nach neben dem Sparplan.
- Dauerauftrag einrichten: Überweise einen festen Betrag direkt nach dem Gehaltseingang aufs Tagesgeldkonto. Was weg ist, vermisst du nach ein paar Monaten nicht mehr.
- Extras nutzen: Steuererstattung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Bonus oder Geldgeschenke gehen zur Hälfte oder ganz in den Notgroschen, bis er steht.
- Feste Kosten senken: Ein günstigerer Handy- oder Stromtarif bringt jeden Monat Geld, ohne dass du verzichten musst. Überweise die Ersparnis gleich mit.
- Prämien mitnehmen: Viele Banken zahlen Neukunden für ein Girokonto eine Prämie. Die ist ein guter Start für das Polster.
- Erst Notgroschen, dann Sparplan: Hast du teure Schulden wie einen Dispo, zahl die zuerst ab. Wie du danach schuldenfrei bleibst, steht in unserem Beitrag Schuldenfrei bleiben.
Mit dem Cashflow-Rechner teilst du dein Einkommen auf feste Töpfe auf und siehst, wie viel du jeden Monat für den Notgroschen abzweigen kannst.
Wann du den Notgroschen nutzen solltest
Stell dir drei Fragen, bevor du an die Rücklage gehst: Ist die Ausgabe unerwartet? Ist sie notwendig? Ist sie dringend? Nur wenn alle drei Antworten ja lauten, ist es ein Fall für den Notgroschen. Die kaputte Heizung ist einer, das Angebot für einen neuen Fernseher nicht.
Hast du den Notgroschen genutzt, füll ihn als Erstes wieder auf, bevor du für andere Ziele sparst. Erhöhe dafür den Dauerauftrag für ein paar Monate, bis der alte Stand wieder erreicht ist.
Notgroschen mitwachsen lassen
Prüfe die Höhe einmal im Jahr. Nach einem Umzug, mit Kindern, einem Hauskauf oder dem Schritt in die Selbstständigkeit steigen deine Ausgaben, und der Notgroschen sollte mitwachsen.
Häufige Fragen zum Notgroschen
Wie viel Notgroschen brauche ich als Single?
Als Angestellter mit sicherem Job reichen in der Regel drei Monatsausgaben. Bei 1.500 € Ausgaben im Monat sind das 4.500 €. Bist du befristet beschäftigt oder in der Probezeit, plane mehr ein.
Sollte ich erst Schulden abbezahlen oder erst sparen?
Leg zuerst ein kleines Startpolster von etwa 1.000 € an, damit dich die nächste Reparatur nicht wieder in den Dispo treibt. Danach zahlst du teure Schulden wie Dispo oder Kreditkarte ab und baust erst dann den vollen Notgroschen auf.
Muss ich auf die Zinsen Steuern zahlen?
Erst wenn deine gesamten Kapitalerträge im Jahr 1.000 € übersteigen, bei Paaren 2.000 €. Damit die Bank keine Steuer abzieht, stellst du dort einen Freistellungsauftrag. Bei 2,5 % Zinsen wären das 40.000 € Guthaben, bevor Steuern anfallen.
Zählt Geld im ETF-Depot zum Notgroschen?
Nein. Ein Depot kann im Notfall gerade 30 % oder mehr im Minus stehen. Der Notgroschen muss jederzeit in voller Höhe verfügbar sein.
Stand: 04.11.2026. Quellen: Statistisches Bundesamt (EU-SILC 2025, Überschuldungsstatistik 2025, Verbraucherpreise), Einlagensicherungsgesetz, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Zinsen laut Tagesgeld-Vergleich auf Kontotipps. Keine Anlageberatung.





