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Wie 2013 Geld anlegen?

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Neulich hat mich eine gute Bekannte gefragt, ob ich nicht einen Tipp habe, wie Sie ihr Geld 2013 anlegen sollte. Eines meiner Lieblingsthemen. Leider lässt sich das pauschal nicht einfach so beantworten.

Zu Beginn ganz wichtig: Finanzielle Situation analysieren

Normalerweise ist es enorm wichtig zuerst die finanzielle Situation der betroffenen Person zu analysieren.

  • Besitzt derjenige Sachwerte wie ein Haus oder wohnt er zur Miete?
  • Ist ein regelmäßige Einkommen vorhanden?
  • Sollen alle oder nur ein Teil der Ersparnisse angelegt werden?
  • Gibt es weitere Rücklagen für Notfälle oder Reparaturen
  • Kann man auf das Geld länger verzichten oder soll es stets verfügbar bleiben?
  • Gibt es neben der gesetzlichen Rente eine Altersvorsorge? Oder sollen diese Ersparnisse als Altersvorsorge dienen?
  • usw.

Erst wenn man diese Punkte geklärt hat, lässt sich auch eine einigermaßen vernünftige Empfehlung für die Geldanlage abgeben.

Vorgeschichte zu den Ersparnissen

Aber nun gut, meine Bekannte wollte von einer vernünftigen Analyse erst einmal nichts wissen oder mir schlicht keine Auskunft darüber geben. Sie wollte einfach nur wissen wie sie ihr Geld anlegen soll.

Vor ein paar Jahren (ca. 2006) hatte sie ungefähr 20.000 Euro zusammen gespart. Mit diesem Geld und einem Wunsch nach einer profitablen Geldanlage ist sie dann zur Deutschen Bank gegangen. Dort ist sie schon seit über 10 Jahren Kunde und besitzt da ein Girokonto. Ihre Stammberaterin riet ihr das Geld in einen Fonds zu stecken. Sechs Jahre später, bis Ende 2012, hatten die Fondsanteile nur noch einen Gegenwert von 16.000 Euro. Das war dann schon sehr ärgerlich für meine Bekannte. Schließlich sollte das Geld ja mehr werden.

Mit dem Jahreswechsel 2012/2013 hat meine Bekannte nun einen Schlussstrich gezogen und die Fondsanteile verkauft.

Was lief da schief?

Aber was lief da jetzt eigentlich schief? Die Deutsche Bank ist doch ein seriöses Unternehmen und auch ein Fonds an sich nichts schlechtes, oder doch? Nun ja, ich kenne die Details nicht, tippe aber auf folgende Dinge:

  1. 2006 wurde sicherlich keine Analyse der finanziellen Gesamtsituation meiner Bekannten gemacht.
  2. Sicherlich wurde der Fonds im Zeitraum von 2006 – 2012 alle 1 – 2 Jahre in einen anderen Fonds umgeschichtet. Offiziell natürlich im Sinne des Kunden, in der Regel aber eher um von Fonds neue Abschlussprovisionen zu kassieren. Für den Kunden bedeutet das dann neue Abschlussgebühren, die Anfangs immer schön vom Guthaben abgezogen werden.
  3. Private Banken wie die Deutsche sind generell schlechte Berater in Sachen Geldanlage. Sie verdienen Ihr Geld hauptsächlich mit dem Verkauf von Finanzprodukten (Fonds, Zertifikate, Bausparverträge, etc.), der Vergabe von Krediten und Spekulationen an den Finanzmärkten.

Wie nun das Geld besser anlegen?

Wie oben schon geschrieben, man kann da schlecht pauschalisierte Aussagen zu machen. Aber meine Bekannte wollte schlicht einen Tipp haben. Laut Ihrer Aussage soll ich mir um alles andere keine Gedanken machen. Daher hier nun meine Idee die ich umsetzen würde, wenn ich einfach mal so 16.000 Euro übrig hätte um die ich mir sonst keine Gedanken machen soll.

100 % in Sachwerte stecken
Ich würde das Geld zu 100% in Sachwerte stecken. Vor allem deshalb, weil jede andere Geldanlage von der Inflation aufgefressen würde (siehe mein Artikel zur Inflation). Tagesgeld oder Festgeld würden aufgrund ihrer niedrigen Zinsen (unter Infaltionsniveau) überhaupt nicht in Frage kommen. die in den letzten 30 – 40 Jahren so konservativen Staatsanleihen schon mal gar nicht, denn sie sind seit beginn der Finanzkrise zu unberechenbaren Spekulationsobjekten verkommen (Stichwort Schuldenschnitt).

Meine Definition der Geldanlage sieht dabei so aus:

  • möglichst Inflationsgeschützt
  • für den Notfall schnell verfügbar
  • Anlagehorizont 5 – 10 Jahre

Daraus ergibt sich für mich derzeit nur diese sinnvolle Umsetzung: Edelmetalle und Aktien! Und noch genauer:

  1. 4.000 Euro: Edelmetalle
  2. 3.000 Euro: Aktie 1
  3. 3.000 Euro: Aktie 2
  4. 3.000 Euro: Aktie 3
  5. 3.000 Euro: Aktie 4
  6. 16.000 Euro in der Summe

Meine Geldanlage 2013 im Detail

Ich würde niemals alles auf eine Karte setzen. Meine 16.000 Euro wären bei dieser Strategie relativ gleichwertig auf 5 Posten verteilt. Sollte eine Position schwächeln, wird sie im Idealfall von einer anderen Position aufgefangen und ausgeglichen.

Edelmetalle
Gold und Silber dienen schon seit tausenden von Jahren als Währung, als Geld, als Zahlungsmittel. Seit Ausbruch der Finanzkrise gelten sie erst recht wieder als sicherer Hafen. Sie erzielen zwar keine Zinsen, dienen dafür aber ganz hervorragend der Vermögenssicherung! Und so lange unser Papiergeldsystem Jahr für Jahr weiter mit Geld ohne Gegenwert (Kauf von Staatsanleihen) aufgepumpt wird, werden Gold und Silber immer wertvoller.
Silber ist neben der Funktion als Zahlungsmittel auch ein äußerst gefragtes Industriemetall. Es besitzt eine hervorragende Leitfähigkeit, wirkt anti-bakteriell, besitzt eine ausgeprägte Reflexionsfähigkeit, und, und, und…. Daher wird es in Medizinprodukten verwendet, in Solaranlagen, in der Automobilindustrie, usw.

Aktie 1 – McDonalds
McDonalds sorgt seit über 20 Jahren für stabile Gewinne und Dividenden! Gegessen wird immer und dem Essen von McDonalds würde ich auch einen Suchtfaktor zusprechen, wofür die sehr fett- und zuckerreichen Speisen verantwortlich sind. Zudem ist das eigentliche Geschäftskonzept von McDonalds ganz interessant. Denn die McDonalds Corp. verdient ihr Geld nur indirekt mit dem Verkauf von Burgern. McDonalds ist für mich eher ein Immobilienunternehmen mit Franchise-System. Das spült Monat für Monat das Geld in die Kasse.
Grund und Boden einer McDonalds-Filiale gehören fast immer der McDonalds Corporation. Der Franchise-Nehmer zahlt dafür monatlich eine Pacht, außerdem Miete für die Ausstattung und dann noch 5 % vom Gewinn durch den Verkauf von Burgern, Kaffee und Co.

Aktie 2 – Altria
Auch Altria verdient sein Geld mit “Suchtprodukten”. Hauptsächlich mit Tabak-Produkten (z. Bsp. Marlboro) und vielen Wein-Sorten. Dazu auch noch mit Finanzdienstleistungen. Also quasi mit allem was böse ist. ;-) Sehr interessant ist bei Altria auch, dass der internationale Konzern seit 43 Jahren Dividenden zahlt und diese nun schon 43 mal in Folge angehoben hat! Beim aktuellen Kurs liegt die Dividendenrendite bei über 5%.

Aktie 3 – NovoNordisk
Novo-Nordisk ist ein dänisches Pharmaunternehmen, das sich auf den Vertrieb von unterschiedlichen Hormonen und Gerinnungsfaktoren spezialisiert hat. Es gehört außerdem zu den führenden Herstellern von Diabetes-Arzneimitteln (Quelle: finanzen.net). Mit anderen Worten, der von unserer Wohlstandsgesellschaft zunehmende Konsum von Zucker und Fett, führt zu einem Jahr für Jahr wachsenden Kundenstamm von Novo-Nordisk. Auch hier lockt außerdem eine Dividende von derzeit über 2%.

Aktie 4 – Fresenius
Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse (Blutreinigungsverfahren). In diesem Bereich die Nr. 1 in der Welt. Im Bereich Fresenius Vamed sind außerdem das Engineering- und Servicegeschäft für Krankenhäuser und die pharmazeutische Industrie gebündelt. Seit der Übernahme des privaten Krankenhauskonzerns Helios in 2005 gehört Fresenius Helios auch zu den größten deutschen privaten Krankenhausbetreibern. Auch Fresenius zahlt jährlich eine Dividende an die Aktionäre.

Zusammenfassung für die Aktien
Ich habe möglichst konservative Aktien für die Geldanlage gewählt. Alles gestandene Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich agieren und oft sogar der Marktführer in Ihrem Bereich sind. Auf der einen Seite 2 Unternehmen die mit ungesunden (Sucht)Produkten krank machen können, auf der anderen Seite 2 Unternehmen die das dann wieder gerade biegen.

Musterdepot

Unabhängig davon was meine Bekannte nun mit meinen Tipps anfängt, eröffne ich hier einfach mal ein virtuelles Musterdepot, um die Entwicklung meiner Tipps zu beobachten. Vorläufiges Ziel ist es, aus den 16.000 Euro wieder mind. 20.000 Euro zu machen, also 25% Gewinn zu erzielen.

Heute ist Sonntag der 13.01.2013. Die Börsen haben heute geschlossen. Das bedeutet die Kurse der Aktien bewegen sich nicht und ich kann sie zu dem jetzt stabil feststehenden Preis in mein Musterdepot aufnehmen. Depotgebühren fallen nicht an, weil ich jetzt einfach mal so tue als wenn ich ein Depot bei der ING-DiBa eröffne und mir dort als Neukunde aktuell 20 kostenlose Käufe geboten werden.

PositionStückKaufkursakt. Kurs+/- in %Kurswert
Gold
1 Münze Maple Leaf
11230,42 €1240,21 €1230,42 €
+ 9,79 €
Silber
Maple Leaf Münzen
10825,35 €26,43 €2737,80 €
+ 109,08 €
McDonalds
(WKN 856958)
4468,40 €69,50+ 1,6%3009,60 €
+ 48,35 €
Altria
(WKN 200417)
12224,62 €25,05+ 1,74%3003,64 €
+ 52,46 €
Novo-Nordisk
(WKN A0M9QL)
23129,15 €134,00+ 3,75%2970,45 €
+ 111,55 €
Fresenius
(WKN 578560)
3781,91 €86,31+ 5,37%3030,67 €
+ 162,80 €
Bargeld17,42 €
Gesamtwert16.000 €
+ 494,03 €
16.494,03 € =========
Letztes Update: 22.01.2013

Das sind meine Positionen. Die Gold- und Silbermünzen kaufe ich natürlich anonym bei einem Edelmetallhändler. Ich werde versuchen die Kurse der Tabelle im Wochenrhythmus zu aktualisieren.

Mit Geld und speziell der Geldanlage beschäftige ich mich schon seitdem mir meine Eltern Taschengeld gaben. Denn das war meist genauso knapp wie mein Gehalt als Lehrling, ein paar Jahre später. Aus wenig, möglichst viel herausholen - war daher schon immer meine Devise beim Blick aufs Konto!

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